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Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren
Viele verwenden gerade jetzt die Floskel von der „Zeit zwischen den Jahren“. Dabei kennen die meisten die Jahrhunderte andauernde Diskussion nicht, die die Grundlage der Redewendung ist.

Zwischen den Feiertagen

Die Tage zwischen den Feiertagen von Weihnachten und Silvester scheinen ruhiger zu verlaufen als andere Zeiten. Viele sind mitten im Urlaub, viele Firmen haben bis zum Anfang des neuen Jahres geschlossen – die Zeit zwischen den Jahren bietet Freiräume für Erholung und Gelassenheit.

Den geschichtlichen Tatsachen nach erinnert die Zeit zwischen den Jahren allerdings an die großen Mühen, die Herrscher und Kirchenobere vor Jahrhunderten hatten, endlich einen allgemein praktikablen Kalender einzuführen – denn das Jahr endete je nach angewandter Zeitrechnung zu völlig unterschiedlichen Terminen.

„Historische Terminfindung“

Zu Zeiten des frühen Christentums erschien Jesu noch am 6. Januar - damit war dieser Tag der erste eines neuen Jahres. Man schrieb bereits das Jahr 354, als der damalige Papst kraft seines Amtes den 25. Dezember als Weihnachtstag festsetzte. Dabei hatte Papst Liberius durchaus praktische Gründe – nicht zuletzt versprach er sich eine schnellere Bekehrung aller Heiden zur christlichen Lehre – denn das Lichterfest am 6. Januar war seinem Ursprung nach ein heidnischer Fest- und Feiertag.

Zu Zeiten des römischen Imperators Julius Cäsar war der Julianische Kalender eingeführt worden. Damals lag die Wintersonnenwende auf dem 25. Dezember – was die heidnischen Stämme besonders ausgelassen feierten. Im Gegensatz dazu beschlossen die Christen, genau an diesem Tag die Geburt Jesu zu feiern – nicht zuletzt auch, um die Übergänge vom heidnischen Brauchtum zum Christentum leichter zu gestalten.

Die 12 Raunächte

Nachdem einige Jahrhunderte lang der 25. Dezember als Weihnachtstag gefeiert worden war, legte die katholische Kirche auch noch den Jahresanfang auf genau diesen Tag. Der 25. Dezember wurde zum ersten Tag eines neuen Jahres. Die Verwirrung war nun perfekt: Manche feierten den Jahresanfang am 25. Dezember, andere immer noch am 6. Januar – und so kam es, dass die Redewendung „zwischen den Jahren“ geprägt wurde. Bezeichnete sie doch den Zeitraum der 12 Tage zwischen Weihnachten und dem Tag der Heiligen Drei Könige. Diese 12 Tage heißen Raunächte.

Die Etymologie des Wortes Raunacht könnte einerseits auf das mittelhochdeutsche Wort rûch ‚haarig‘ zurückgehen, womit das Erscheinungsbild heidnischer Dämonen bezeichnet worden war. Andererseits könnte der Begriff vom traditionellen Beräuchern der Viehställe mit Weihrauch herrühren.

Jahresanfang am 1. Januar oder doch am 1. März?

Die Christen hatten mit dem 25. Dezember und dem 6. Januar für ihre ganz eigene Verwirrung um den Jahresanfang gesorgt. Aber schon davor hatte es kalendarische Konfusionen gegeben: Vorher schon hatten die Römer den Beginn eines neuen Jahres am 1. März begangen. Im Jahr 146 v. Chr. verlegten sie dann ihren Jahresanfang auf den 1. Januar.

Der Weg zur heutigen Kalenderform

Das Ergebnis war ein Jahresanfang am 25. Dezember, am 1. Januar oder am 6. Januar – je nach verwendetem Kalendarium. Erst nach einer weiteren Kalenderreform kristallisierte sich der 1. Januar als Tag eines einheitlichen Jahresanfangs heraus. Cäsar hatte sich im Jahr 45 v. Chr. durchgesetzt.

Deshalb erhielt der später gültige Kalender ihm zu Ehren den Namen Julianischer Kalender. Nach der Julianischen Kalenderreform zählte ein komplettes Jahr 365 Tage und jedes Vierte war ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Ein kalendarisches Jahr war nahe am sogenannten tropischen Jahr - dem Zeitraum, den die Erde zu einer Umkreisung der Sonne benötigt. Aber weil das tropische Jahr genau 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und etwas mehr als 45 Sekunden lang ist, hat sich die Schaltjahr-Regelung des Julianischen Kalenders als unpräzise herausgestellt.

Peu à peu addierten sich die Differenzen zwischen dem tropischen und dem kalendarischen Jahr. Dies war Anlass genug für Papst Gregor, im Jahr 1582 eine erneute Kalenderreform in die Wege zu leiten. Der Gregorianische Kalender hat feinere Schaltregelungen – er wird heute weltweit verwendet.

Die Redewendung „Zwischen den Jahren“ hat alle kalendarischen Wirren überdauert. Genießen wir die stilleren Tage …