Laktoseintoleranz - rund jeder 7. Deutsche betroffen

Begriffserklärung: Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz bezeichnet die Unverträglichkeit gegenüber einer bestimmten, in Milch oder Milchprodukten enthaltenen Zuckerart - der Laktose.

Auslöser

Obwohl Laktoseintoleranz angeboren sein kann, betrifft dieser Umstand nur die wenigsten Menschen. In den seltenen Fällen so genannter Alaktasie fehlt dem Körper das Enzym Laktase, welches Milchzucker in Glukose und Galaktose aufspaltet. Weitaus häufiger ist erworbener Laktasemangel. Hierbei verliert der heranwachsende Organismus durch nachlassende Laktaseaktivität die Fähigkeit, den aufgenommenen bzw. zugeführten Milchzucker zu verwerten.

 

Anzeichen und Symptome

Die häufigsten Anzeichen für Milchzucker-Unverträglichkeit sind Verdauungsstörungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Weitaus seltener zeigt Laktoseintoleranz sich auch durch Hautirritationen oder allgemeine Abgeschlagenheit.

Abgrenzung zur Allergie

Während das Immunsystem bei Überempfindlichkeit mit der Bildung von Antikörpern reagiert, zeigt der Körper bei Unverträglichkeit lediglich Symptome. Diese können den Anzeichen einer echten Allergie jedoch täuschend ähneln, so dass sich im Zweifelsfall eine ärztliche Untersuchung empfiehlt.

Häufigkeit von Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz ist ein weltweit verbreitetes Phänomen. Sie findet sich bei gut zwei Drittel der Erdbevölkerung, wobei ihre Ausprägung innerhalb der ethnischen Schichten stark variiert. So ist bekannt, dass Asiaten weitaus häufiger an Laktoseintoleranz bzw. Alaktasie leiden als Nordeuropäer. Dennoch liegt der Anteil Betroffener in Deutschland bei rund 15 Millionen.

Die Folgen

Da Milch ein wichtiger Kalziumlieferant ist, führt der vollständige Verzicht häufig zu Mangelerscheinungen und begünstigt dadurch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Osteoporose.

Alternativen

Bei Laktoseintoleranz ist die Aufnahme- bzw. Verwertungsfähigkeit für Milchzucker stark eingeschränkt. Im Gegensatz zu alaktaten Organismen vertragen laktoseintolerante Menschen diesen Bestandteil jedoch durchaus - wenn auch nur in kleinen Mengen. Die Obergrenze hierfür liegt bei etwa zwölf Gramm. Dieser Wert entspricht einer Gabe von rund 200 Milliliter Kuhmilch.

Weil die Toleranzschwelle aber individuellen Schwankungen unterliegt, sollten Betroffene lieber auf laktosefreie Produkte zurückgreifen. Entsprechend gekennzeichnete Waren enthalten weniger als 0,1 Prozent Laktose pro 100 Gramm und sind damit deutlich verträglicher als normale Lebensmittel.

Eine weitere Möglichkeit, den Kalziumhaushalt trotz Laktoseintoleranz auf annehmbarem Niveau zu halten, ist der Verzehr von Fisch und Eiern.

Warnung vor landläufigen Irrtümern

Abzuraten ist von Ersatzprodukten wie Schaf-, Ziegen- oder Stutenmilch, denn diese weisen meist sogar einen höheren Laktosegehalt auf als handelsübliche Kuhmilch. Demzufolge ist auch in den daraus hergestellten Produkten mehr Milchzucker enthalten als gemeinhin angenommen.

Verzehr von Milchprodukten trotz Laktoseintoleranz

Wie bereits erwähnt ist eine Laktoseintoleranz durch einen Mangel an Laktase bedingt, der dabei hilft den Milchzucker aufzuspalten und zu verwerten. Kann Laktase nicht vom Körper selbst produziert werden, kann dieser auch mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln, wie Laktase Kapseln, zugeführt werden um Laktose zu verwerten. Abhängig von der Dosierung ist es so möglich Milchprodukte völlig beschwerdefrei zu sich zu nehmen.

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