Mythos: Nur das Alter verschlechtert das Gedächtnis

Die Furcht vor Gedächtnisverlust ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Irgendwann in der Lebensmitte fällt es vielen Menschen auf, dass es ihnen anscheinend nicht mehr so gut wie in früheren Jahren gelingt, sich Dinge zu behalten. Fragen wie: "Wo habe ich denn meinen Schlüssel hingelegt?" oder die Suche nach Geldbörse und Brille stellen sich mit zunehmender Häufigkeit.

Vermutlich ist Ihnen selbst die ein oder andere Situation bekannt, in der Sie vor einem Schrank standen, eine Schublade geöffnet oder sich in einen anderen Raum Ihrer Wohnung begeben haben, nur um sich anschließend zu fragen, was genau Sie damit bezweckten. Möglicherweise haben Sie sich dann auch die Frage nach dem „Warum?“ gestellt.

Die Ursachen für Vergesslichkeit können verschiedener Art sein. Hierbei kann es sich um eine schlichte Alterserscheinung handeln, aber auch um die Folgen eines Unfalls. Neben dem Altern können auch verschiedene Umweltbedingungen das Gedächtnis beeinträchtigen. So stören Angst oder Sorgen die Festigung von Erlebtem im Langzeitgedächtnis. Wer viel Stress oder Verantwortung hat, dessen Gedächtnis „selektiert“ stark was wichtig ist und was nicht. Dafür ist das moderne „Multitasking“ ein Paradebeispiel. Werden mehrere Aufgaben parallel ausgeführt, läuft das Gehirn auf Hochtouren. Das Sortieren des Erlebten und der Informationen läuft nur noch eingeschränkt.

Ebenso ist nicht auszuschließen, dass ein dauerhaft nachlassendes Erinnerungsvermögen krankheitsbedingt ist. Gewissheit kann hier nur eine medizinische Untersuchung bringen.

Dass sich länger zurückliegende Geschehnisse besser in Erinnerung halten, liegt nach Ansicht von Hirnforschern daran, dass sich diese Begebenheiten im Lauf der Zeit immer tiefer im Gehirn verankert haben. Diese Möglichkeit haben die im Kurzzeitgedächtnis neu aufgenommenen Erinnerungen noch nicht gehabt. Das ist der Grund, warum sich ältere Menschen an die Ereignisse in ihren jungen Jahren sehr genau erinnern können, aber sich nicht mehr daran, was sie sich vor fünf Minuten vorgenommen haben zu tun.

Neuere Erkenntnisse in der Hirnforschung gehen zudem davon aus, dass es auf den Grad der Anregung ankommt, die darüber entscheidet, ob ein jüngeres Ereignis als Erinnerung behalten wird oder nicht. Wird ein Mensch von einem Geschehnis emotional berührt, gräbt es sich als Erinnerung tiefer in das Gedächtnis ein.

Vom physiologischen Standpunkt aus gesehen, sind mangelnde Durchblutung oder eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff häufig der Grund für Vergesslichkeit. Auch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann dazu führen, dass Denk- und Erinnerungsvermögen beeinträchtigt werden. Gerade bei älteren Menschen kann beobachtet werden, wie deren Aufmerksamkeit spürbar nachlässt, wenn sie über einen längeren Zeitraum nichts getrunken haben. Oft tritt bei ihnen unmittelbar eine spürbare Verbesserung ein, sobald sie ein Glas Wasser getrunken haben. Im Alter lässt das Gespür für Hunger und Durst nach, was der Grund für die Empfehlung ist, eine Tagesration von zwei Liter Wasser an einen bestimmten Ort zu stellen und diese im Lauf des Tages aufzubrauchen.

Bis heute hält sich die Vorstellung, dass das Gehirn ähnlich wie ein Muskel täglich trainiert werden muss, um funktionstüchtig zu bleiben. Daher schwören viele Menschen auf Gedächtnisübungen wie Gehirn-Jogging oder lösen Sudoku und Kreuzworträtsel. Wenn Sie Ihre Freude an dieser Art von Beschäftigung haben, so stehen dem keine gesundheitlichen Bedenken im Weg.

Als wichtiger Faktor für die Qualität des Erinnerungsvermögens wird auch die Ernährung bzw. die Zufuhr bestimmter Stoffe angesehen. In der Alzheimerforschung haben Untersuchungen zum Beispiel Aluminium in den Verdacht gerückt, für diese Krankheit zumindest mitverantwortlich zu sein.

Dagegen kann davon ausgegangen werden, dass die Aufnahme mancher Stoffe im Rahmen einer Nahrungsergänzung die Hirnaktivität steigern und der Vergesslichkeit entgegenwirken kann. So gelten aus den Blättern des Gingko-Baums oder der Ginseng-Wurzel gewonnene Extrakte als besonders probates Mittel. Auch Präparate, welche die Durchblutung oder Sauerstoffzufuhr fördern, können wirksam dazu beitragen, das Erinnerungsvermögen zu erhalten. Dies gilt ebenfalls für Nahrungsergänzungsmittel, die Omega-3-Fettsäuren enthalten wie das Krill-Öl und für mit Vitamin B-Komplex. Die Vitamine des B Komplexes sorgen für starke Nerven und eine mentale Leistungsfähigkeit.

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