Pollen: Und sie fliegen fast immer!

Vier Monate im Jahr, konkret von Oktober bis Januar, können die Taschentücher von Extremallergikern zu Hause gelassen werden. Immerhin liefern bei 75 Prozent der Allergiker nur sieben unterschiedliche Blütenpollen die Grundlage für das Auftreten allergischer Symptome. Birke, Erle, Hasel, Roggen, Ambrosia, Beifuß und Süßgräser sind allgemein Auslöser des Übels Heuschnupfen.

Die Pollensaison läuft damit annähernd rund um die Uhr. Sie wirkt sich nur nicht bei jedem gleich dramatisch aus.

Das geht ja vorüber

Was manch einer so lapidar sagt, ist eine nett gemeinte Floskel, die das Leid des Betroffenen außer Acht lässt. Hinter den für Beobachter sichtbaren Symptomen eines Heuschnupfengeplagten wie tränende Augen, Husten und häufiges Niesen gibt es auch die weniger auffälligen Randerscheinungen. Schlafstörungen, Atembeschwerden, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme erweitern die Liste möglicher Symptome.

Die Gesamtheit der Auswirkungen ist es, die den Allergiker in die Knie zwingt, ihn Medikamente einnehmen und Allergologen besuchen lässt. Über Wochen und Monate betrachtet wird der unbehandelte Heuschnupfen zur Dauerqual.

Das auffällige Niesen zählt damit zu einem zwar unangenehmen, aber möglicherweise noch am besten zu ertragenden Symptom.

Das Immunsystem schießt

Im wahrsten Sinn des Wortes und es übertreibt dabei mächtig. In seiner Tätigkeit als Abwehrspezialist verkennt es bei dem Pollenangriff die harmlosen Eiweiße der Pollen als Erzfeind, der aufs Äußerste zu bekämpfen ist. Mastzellen senden die Entzündungsbotenstoffe Histamin, Leukotrien und andere Mittäter aus, die wiederum für erhebliche Entzündungsreaktionen im Körper des Betroffenen verantwortlich sind. Die Abwehrreaktion des Körpers gegen die Eindringlinge zeigt sich sehr offensichtlich bei Niesen und tränenden Augen. Der Körper macht, was er machen kann, um die Angreifer gezielt in die Flucht zu schlagen.

Was so harmlos klingt, ist für den Allergiker eine reine Strapaze. Aber auch der Kampf gegen die Allergie ist, ohne eisernen Willen nicht zu gewinnen.

Die Desensibilisierung

Ist eine spezifische Immuntherapie und besonders gut wirksam, wird sie bereits kurz nach Entstehung der Allergie in Angriff genommen. Und sie dauert nur drei Jahre – im Gegensatz zu lebenslanger Bedrohung durch Pollenangriffe. Drei Jahre, in denen der Allergiker zunächst höchst engmaschig, nämlich einmal die Woche, später in größeren Zeitabständen Pollenallergene in Spritzenform verabreicht bekommt. Auch hier hält sich die Freude sicher in überschaubaren Grenzen und die Behandlung wird von den meisten Betroffenen erst dann in Erwägung gezogen, wenn es anders nicht mehr geht.

Steigerung möglich – Kreuzallergie

Steigerung möglich – der Wildwuchs der Allergien ist die Kreuzallergie. Die Allergie bleibt zwar weiterhin auf die Pollen gerichtet, aber urplötzlich werden auch weitere Eiweiße unter die Lupe genommen, als Feind erkannt und entsprechend bekämpft. Nahrungsmittelallergien sind dann die Folge.

Fazit: Heuschnupfen braucht niemand. Treffen Sie das nächste Mal auf einen Allergiker, lassen Sie Ihrer Empathie freien Lauf. Bedauern ist wenig hilfreich, aber Anteilnahme schadet nie.

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