Resveratrol und das französische Paradoxon

Resveratrol und das französische Paradoxon

Resveratrol

In den 90er Jahren beobachteten Epidemiologen im Rahmen der von der Weltgesundheitsorganisation durchgeführten MONICA-Studie (MONItoring CArdiovaskular disease, z. dt. Überwachung von Herz-/Kreislaufkrankheiten) einen ungewöhnlichen Umstand. Obwohl nach den Erhebungen der Wissenschaftler besonders die Franzosen stark rauchten und eine relativ cholesterolhaltige Kost zu sich nahmen, lag die Herzinfarktrate, besonders im Süden des Landes, um bis zu 30-40% niedriger als zum Beispiel in Deutschland oder den USA.

Eine Erklärung schien schnell gefunden: die kardioprotektive Wirkung des ebenfalls in großen Mengen konsumierten Rotweins, genauer gesagt eines u.a. im Rotwein enthaltenen Inhaltsstoffes – des Resveratrols.1

Was ist Resveratrol?

Resveratrol gehört chemisch zur großen Gruppe der Polyphenole, wobei es chemisch korrekt als trans- 3,4‘,5-Trihydroxystilben bezeichnet wird. Biologisch gesehen wird es in die Gruppe der sog. Phytoalexine eingeordnet, was bedeutet, dass es ein Teil des pflanzeneigenen Immunsystems ist. Seine Hauptaufgabe ist der Schutz der Pflanze vor Schädlingen, im Falle der Traube vor Pilzen wie z.B. Mehltau, sowie vor schädlichen Mikroorganismen und Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Ozonbelastung und Giften.2

Antioxidative Wirkung

Wie alle Polyphenole besitzt auch Resveratrol ein hohes antioxidatives Potential. So ist es aufgrund seiner phenolischen Hydroxylgruppen ein ausgezeichneter Radikalfänger. Viel interessanter ist jedoch die Tatsache, dass Resveratrol zusätzlich in der Lage ist, durch seine chemische Struktur äußerst effektiv prooxidative Kupfer-Ionen zu binden. Kupfer spielt im Körper eine entscheidende Rolle bei der Oxidation von LDL-Cholesterol, welches sich, ist es erstmal oxidiert, in die Zellwand der Blutgefäße einlagert. Darauf reagiert das Immunsystem des Körpers durch Aktivierung von Makrophagen (weißen Blutkörperchen), was als Auslöser von sog. Gefäß-Plaques angesehen wird.3 Dass die antioxidative Wirkung von Resveratrol aber nicht nur gut für die Gefäße ist, zeigen erste Studien der Universität Bologna, die auch eine neuroprotektive Wirkung vom Resveratrol im Gehirn beschreiben. Es gibt sogar Anzeichen, dass Resveratrol positive Einflüsse auf die Ursachen der Alzheimerschen Demenz haben könnte.4

Entzündungshemmende Wirkung

Seit vielen Jahren wird angenommen, dass ein wichtiger Grund für einen beschleunigten Alterungsprozess chronische, sehr schwach ausgeprägte Entzündungen sein könnten.5 Auch wenn Entzündungen eigentlich ein vollkommen natürlicher und gewünschter Abwehrmechanismus gegen fremde Mikroorganismen sind, kann es doch vorkommen, dass die Entzündung auf geringem Niveau anhält, auch wenn der Feind im Körper schon abgewehrt wurde. Resveratrol jedoch ist in der Lage, die Wirkung zweier Schlüsselenzyme für die Entzündungsreaktion des Körpers deutlich zu mildern. Entzündungen treten weniger oft auf, verlaufen weniger ausgeprägt, der Körper wird weniger belastet.6

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4 Savaskan et al., Gerontology 2003, 49, 380-383. 5 a) Willerson et al., Circulation 2004, 109, II2-II10; b) McGeer et al., Biol. Psychatry 2003, 27, 741-749;
c) Philip et al., Semin. Cancer Biol. 2004, 14, 433-439. 6 a) Subbaranaiah et al., Ann. NY Acad. Sci. 1999, 889, 214-222; b) Tsai et al., Brit. J. Pharmacol. 1999, 126, 673-680.

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