Tryptophan - der Stimmungsaufheller

Was ist Tryptophan?

Tryptophan ist eine Aminosäure, auf die der Körper täglich angewiesen ist. Derartige Nährstoffe, die der Organismus nicht selbstständig herstellen oder umwandeln kann, werden auch als essenzielle (lebensnotwendige) Nährstoffe bezeichnet, die ausschließlich über die Nahrung zugeführt werden. In der Literatur wird die Aminosäure auch vielfach L-Tryptophan genannt, jedoch handelt es sich sowohl bei L-Tryptophan als auch bei Tryptophan um denselben Nährstoff.

Chemisch gesehen zählt der Eiweißbaustein zu den Stoffen, die sich in Flüssigkeiten nur sehr schlecht auflösen. Diese positive Eigenschaft kommt der Nährstoffaufnahme zugute, weil die Aminosäure weder ausgewaschen noch durch Hitze zerstört werden kann. Somit bleibt der Tryptophan-Anteil in den Lebensmitteln nahezu vollständig erhalten.

Tryptophan in Lebensmitteln

Da Tryptophan an Eiweiße gebunden ist, kommt der Nährstoff in Lebensmitteln nicht in freier Form vor. Als Aminosäure ist Tryptophan ein wichtiger Bestandteil pflanzlicher und tierischer Lebensmittel, die über einen hohen Eiweißanteil verfügen. Leider wird der Eiweißgehalt vieler Nahrungsmittel durch lange Lagerungszeiten, die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und weite Transportwege beeinflusst, weshalb der Tryptophan-Anteil mitunter stark variieren kann.

Einen besonders hohen Anteil an Tryptophan haben

  • Sojabohnen (37 Prozent pro 100 Gramm)
  • Erbsen (24 Prozent pro 100 Gramm)
  • Hähnchenbrust (21 Prozent pro 100 Gramm)
  • zuckerfreies Kakaopulver (20 Prozent pro 100 Gramm)
  • Lachs (20 Prozent pro 100 Gramm),

jedoch gelten

  • Cashewkerne
  • Walnüsse
  • Eier
  • Haferflocken
  • Kuhmilch
  • Naturreis

als ebenso gehaltvolle und eiweißreiche Lebensmittel.

Tryptophan schlaffördernd

Wirkung von Tryptophan

Im Körper erfüllt Tryptophan zahlreiche Aufgaben, die für die reibungslose Funktionsweise des menschlichen Stoffwechsels unentbehrlich sind. Als Einzelbestandteil hat die Aminosäure allerdings wenig Einfluss auf den Organismus, jedoch scheint sie in veränderter Form mehr Wirkung zu zeigen. Nach der Nahrungsaufnahme verwandelt Tryptophan sich in Serotonin, das den Gemütszustand positiv beeinflusst. Serotonin ist ein sogenannter Neurotransmitter, der nicht nur im Herz-Kreislauf-System, im Darm und Blut, sondern auch im Zentralnervensystem vorkommt. Je mehr Tryptophan aufgenommen wird, desto besser ist auch die Stimmungslage. Doch wie ist das möglich?

Serotonin vermag einige Areale der Großhirnrinde, die für die Emotionen zuständig sind, direkt zu stimulieren, sodass impulsive Verhaltensweisen, Niedergeschlagenheit und Angst nahezu blockiert werden. Depressive Verstimmungen werden vielfach durch einen verminderten Serotoninspiegel ausgelöst, der durch eine bewusste Nahrungsumstellung erhöht werden kann. Aus diesem Grund wird Serotonin nicht ganz unbegründet als „Glückshormon“ bezeichnet. Ein erhöhter Tryptophan-Spiegel kommt im Übrigen auch übergewichtigen Menschen zugute, weil die Aminosäure den Appetit zügeln kann.

Eine weitere positive Eigenschaft von Tryptophan ist die schlaffördernde Wirkung. Diese kommt dadurch zustande, weil Tryptophan den Serotoninspiegel tagsüber nahezu im Gleichgewicht hält, sodass es in den Abendstunden und in der Nacht zu einer vermehrten Ausschüttung von Melatonin kommt. Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse, einer Teilregion des Zwischenhirns, gebildet wird. Es ist für die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich und von einem gleichbleibenden Tryptophan-Spiegel abhängig. Ist zu wenig Tryptophan vorhanden, kann es auf Dauer zu chronischen Einschlaf- und Durchschlafstörungen kommen.

Als unterstützendes Provitamin ist Tryptophan auch bei der Verarbeitung von Vitamin B3 behilflich, das an vielen Stoffwechselfunktionen beteiligt ist. Vitamin B3, auch Niacin genannt, gilt als bedeutender Energielieferant, weil es den Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel unterstützt. Ist Niacin im Körper in geringen Mengen vorhanden, kann es zu allgemeiner Schwäche oder zu Hautfunktionsstörungen kommen.

Täglicher Bedarf

Normalerweise liegt der Bedarf bei etwa 3,5 bis 6 Milligramm täglich, jedoch kann es in bestimmten Situationen durchaus vorkommen, dass der Tryptophan-Spiegel weit unter dem erforderlichen Normalbereich liegt. Beispielsweise können Magen-Darm-Erkrankungen die Aufnahmefähigkeit von Tryptophan behindern, sodass dem Körper lediglich ein Bruchteil des Eiweißbausteins zur Verfügung steht. Eine weitere Möglichkeit denkbarer Störungen ist Stress. Stress ist als wahrer Energieräuber bekannt, der dem Organismus die Aufnahme von Tryptophan zunehmend erschwert. Untersuchungen haben ergeben, dass eine länger anhaltende Unterversorgung zu

  • chronischen Schlafstörungen
  • depressiven Verstimmungen
  • Leistungsabfall
  • Angststörungen

führen kann. Da körperliche und seelische Belastungen die Aufnahme von Tryptophan hemmen, greifen immer mehr gesundheitsbewusste Menschen auf hochwertige Nahrungsergänzungsmittel, wie z.B. die L-Tryptophan Kapseln zurück, die den täglichen Bedarf an essenziellen Aminosäuren decken. Gegen die zusätzliche Einnahme dieser Präparate ist gerade in Zeiten, in denen Stressbelastungen spürbar zunehmen, nichts einzuwenden, um einen langfristigen Tryptophan-Mangel zu vermeiden. Da der Eiweißbaustein keine toxischen Wirkungen verursacht, ist eine Überdosierung nahezu unmöglich. Tryptophan ist allerdings selten separat, sondern eher als kombiniertes Präparat, das aus verschiedenen Aminosäuren besteht, erhältlich, weil der Nährstoff in dieser Form die beste Wirkung zeigt.

Fazit

Tryptophan gehört zu den lebenswichtigen Aminosäuren, auf die der menschliche Organismus nicht verzichten kann. Als essenzieller Eiweißbaustein muss Tryptophan in erster Linie über die Ernährung zugeführt werden, jedoch spielen auch Nahrungsergänzungsmittel eine zunehmend wichtige Rolle, um vorhandene Defizite auszugleichen. Als stimmungsaufhellende Substanz vermag Tryptophan den Serotoninspiegel anzuheben, der für unsere Gefühlslage verantwortlich ist. Depressivität, körperliche und seelische Störungen können auf einen niedrigen Tryptophan-Spiegel zurückzuführen sein, weshalb eine regelmäßige Zufuhr dieses wichtigen Eiweißbausteins unentbehrlich ist.

Dadurch, dass Tryptophan den Serotoninspiegel tagsüber konstant hält, kann der Körper am Abend und in der Nacht genügend Melatonin bilden, das für einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus sorgt. Ist die Melatonin-Bildung gestört, kann es unter Umständen zu Einschlaf- oder Durchschlafproblemen kommen, die schnell chronisch werden können. Tryptophan spielt selbst bei der Verwertung von Vitamin B3 eine große Rolle, um den Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel zu gewährleisten. Somit spielt der Eiweißbaustein auch bei der Energiegewinnung eine große Rolle.

Da Stress und chronische Darmerkrankungen die Aufnahme von Tryptophan behindern, nehmen Nahrungsergänzungsmittel einen immer größer werdenden Stellenwert ein, um den Nährstoffbedarf zu decken. Glücklicherweise wirkt die Aminosäure sich bei einer erhöhten Zufuhr keinesfalls toxisch aus, weshalb Nahrungsergänzungsmittel eine ausgewogene Ernährung durchaus bereichern können.

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