Was ist Alpha-Liponsäure

In allen Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkern) findet sich in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, Alpha-Liponsäure, auch Thioctsäure genannt. Es handelt sich um eine gesättigte Fettsäure mit 2 Schwefelatomen, die ringförmig miteinander verbunden sind. Die Alpha-Liponsäure ist aufgrund seiner Struktur gleichermaßen wasser- wie fettlöslich. Die chemisch korrekte Bezeichnung der Säure lautet 1,2-Dithiolan-3-pentansäure mit der chemischen Summenformel C8H14O2S2. Ebenfalls biologisch aktiv ist die reduzierte Form, die Dihydroliponsäure (6,8-Dithiooctansäure). Bei der reduzierten Form ist die ringförmige Schwefelbindung aufgebrochen und durch jeweils ein Wasserstoffatom besetzt. Nach der Resorption findet der Naturstoff mittels spezialisierter Transportenzyme zügig seinen Weg in die Millionen von Mitochondrien der Zellen des gesamten Körpers.

Besonders erwähnenswert ist, dass die natürliche Variante der Liponsäure die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Die Blut-Hirn-Schranke trennt über hochwirksame Filter in den Kapillaren den Blutkreislauf vom zentralen Nervensystem (ZNS) ab und soll verhindern, dass Krankheitserreger, Toxine und nicht erwünschte Neurotransmitter in das ZNS eindringen.

Bei der natürlichen, biologisch aktiven, Form der Liponsäure handelt es sich ausschließlich um die R(+)-Alpha-Liponsäure. Bei dem ebenfalls erhältlichen synthetischen Isomer S(-)-Liponsäure mit der gleichen Summenformel und Struktur – nur stereoskopisch spiegelbildlich angeordnet – ist die biologische Wirksamkeit fraglich, und es besteht der Verdacht, dass das S-Isomer sogar dem R-Isomer entgegenwirkt. Ein weiteres synthetisches Isomer ist die (RS)-Liponsäure, ein Racemat (Gemisch aus äquimolaren Mengen spiegelbildlich aufgebauter Moleküle) aus R- und S-Liponsäure, das ebenfalls biologisch aktiv sein soll.

Wie wird die Versorgung sichergestellt?

Die Säure kann als Naturstoff vom Körper selbst synthetisiert, aber auch über den Verdauungstrakt aus der Nahrung resorbiert werden. In der Nahrung ist die Liponsäure in nennenswerten Mengen hauptsächlich in Innereien wie Herz und Leber vorhanden, die erfahrungsgemäß als Nahrungsmittle nicht besonders verbreitet sind. Ausgesprochene Mangelerscheinungen bei Unterversorgung wurden bisher nicht identifiziert. Es wurden allerdings niedrige Konzentrationen bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen und bei Diabetes mellitus beobachtet. Ob eine natürliche ausreichende Versorgung auch bei älteren Menschen gewährleistet ist, wird unter Experten diskutiert. Es wurden bisher noch keine allgemeinverbindlichen Aussagen über eine Normalversorgung mit Alpha-Liponsäure getroffen. Ebenso wenig existieren wissenschaftliche Untersuchungen über Auswirkungen einer möglichen Überversorgung.

Anti Aging Alpha-Liponsäure

Alpha-Liponsäure erfüllt drei Hauptfunktionen

Eine der drei Hauptfunktionen, die von der natürlichen Form der Liponsäure wahrgenommen wird, ist ihre Beteiligung am Energiestoffwechsel der Zellen. Vereinfacht ausgedrückt, wird in den Mitochondrien der Zellen das Energiepotenzial der Oxidation von Wasserstoff zu Wasser (Wasserstoffverbrennung) genutzt, um die Zellen mit Energie zu versorgen. Damit die Energie auch zeitlich und örtlich versetzt zur Verfügung steht und nicht etwa zu einer punktuellen Schädigung der Zellen durch die entstehende Wärmeentwicklung führt, wird der Oxidationsvorgang in viele Einzelschritte zerlegt und steht den Zellen in Form chemischer Energie zur Verfügung. Letztlich wird das Nucleotid Adenosindiphosphat (ADP) in das energiereichere Adenosintriphosphat (ATP) umgewandelt. An diesem Umsetzungskomplex, der auch als Zitratzyklus bezeichnet wird, ist die Liponsäure als Coenzym an mehreren Enzymkomplexen beteiligt. Besonders hervorzuheben ist die Beteiligung an dem Pyruvat-Dehydrogenase-Komplex in den Mitochondrien, der die Verbindung zwischen der Glycolyse (Ab- und Umbau von Monosacchariden) und dem Zitratzyklus herstellt.

Die zweite Hauptfunktion besteht in der Rolle eines wirksamen Radikalfängers und Antioxidans, der den oxidativen Stress des Körpers durch Reduktion der oxidierten Radikale vermindert. Zusätzlich reaktiviert die Liponsäure „verbrauchte“ Antioxidantien wie z. B. Vitamin-C.

Die dritte Hauptfunktion der Liponsäure besteht in einer aktiven Ausschleusung schädlicher Schwermetallionen aus dem Körper.

Unterstützung des Energiehaushaltes der Zellen

Die Mitochondrien, die in jeder Zelle der Lebewesen mit Zellkern (Eukaryoten oder Eukaryonten) als sogenannte Organellen enthalten sind, werden häufig als Kraftwerke der Zellen bezeichnet, weil sie den Energiehaushalt steuern. Während grüne Pflanzen über die Photosynthese den endothermen Prozess der Hydrolyse betreiben, also Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufspalten und dabei die Sonneneinstrahlung als Energiequelle nutzen, geschieht in den Mitochondrien der entgegengesetzte – exotherme – Prozess. Wasserstoff wird wieder zu Wasser oxidiert und die freiwerdende Energie vom Organismus genutzt. Dieser Vorgang ist äußerst komplex und läuft über den sogenannten Zitrat- oder Krebszyklus (nach dem Entdecker Hans Krebs benannt) ab. An den Zitratzyklus, der innerhalb der Mitochondrien abläuft, schließt sich die Atmungskette an, die letztlich über die ständige Umwandlung von ADP in ATP dem Organismus Energie zur Verfügung stellt. An diesem Prozess, der über mehrere Enzymkomplexe gesteuert wird, ist die Liponsäure als Coenzym für mehrere Enzyme entscheidend beteiligt.

Rolle als Antioxidans und Radikalfänger

Als sogenannte freie Radikale werden Moleküle bezeichnet, die mindestens ein ungepaartes Elektron, also ein nicht an einer Bindung beteiligtes Elektron, aufweisen. Radikale spielen im Stoffwechsel eine wichtige Rolle, können aber auch Schäden anrichten. Sie bilden sich durch Hitzeeinwirkung, UV- und Röntgenstrahlung oder durch chemische Reaktionen mit Schadstoffen. Das übermäßige Auftreten freier Sauerstoffradikale wird auch als oxidativer Stress bezeichnet, der erhebliche Schäden im Organismus verursachen kann und vor allem werden freie Sauerstoffradikale mit einem vorzeitigen Alterungsprozess von Zellen in Verbindung gebracht. In der Rolle als Radikalfänger arbeitet die Liponsäure komplementär mit anderen Oxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und anderen zusammen. Die freien Radikale werden quasi abgefangen und in eine unschädliche Form oder in ihre für den Organismus notwendige reaktive Form umgewandelt.

Die Liponsäure und ihre reduzierte Form, die Dihydroliponsäure, sind in der Lage, freie Radikale verschiedenster Art einzufangen und in eine unschädliche Form zu überführen. Eine zusätzliche Wirkung ergibt sich dadurch, dass „verbrauchte“ natürliche Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E (Omega-3-Fettsäuren), Glutathion und andere wieder reaktiviert werden. Die Liponsäure könnte in diesem Fall sozusagen als Antioxidans der Antioxidantien bezeichnet werden.

Rolle als „Killer“ schädlicher Schwermetallionen

Die dritte wichtige Funktion der R-Alpha-Liponsäure betrifft ihre Fähigkeit, chemische Komplexe, bzw. Chelate, mit schädlichen Schwermetallionen zu bilden. Die Schwermetallionen werden unter Bildung eines Chelats in die eigene Struktur eingebunden und damit biologisch inaktiv und unschädlich gemacht. Die Liponsäure kann Chelate mit Metallionen wie Cadmium, Eisen, Kupfer, Blei und Quecksilber bilden. Die Chelate machen die gebundenen Metalle unschädlich und können aus dem Körper ausgeschieden werden.

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