Was ist Laktase?

Die Funktion von Laktase im Körper

Der Milchzucker wird über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen und in die Blutbahn befördert, nachdem er in seine Bestandteile Traubenzucker und Schleimzucker gespalten wurde. Dafür benötigt der Körper Laktase, das in den Schleimzellen des Dünndarms vorhanden ist. Dort fungiert das Enzym als Zerlegstoff, denn Milchzucker wirkt nur in der gespaltenen Form als Energielieferant für wichtige Stoffwechselprozesse.

Die Folgen eines Laktasemangels

Säuglinge weisen im Gegensatz zu Erwachsenen einen hohen, körpereigenen Wert an Laktase auf, da sie den Milchzucker der Muttermilch als einzigen Nährstoff verdauen müssen. Im fortschreitenden Alter nimmt die Enzymtätigkeit stetig ab, wobei jeder Mensch über Laktase im Körper verfügt, um den Milchzucker in alltäglichen Lebensmitteln verarbeiten zu können. Häufig ist es jedoch der Fall, dass Erwachsene nicht über genügend Enzyme verfügen, da sie in der Lage sind, den Körper auch mit anderen Lebensmitteln als Milch zu versorgen. Laktase wird daher nicht mehr in hohen Mengen zur Nährstoffverarbeitung benötigt.

Laktoseintoleranz

Leidet ein Mensch jedoch an einer prägnanten Unterversorgung des Enzyms, tritt eine Laktoseintoleranz auf, die auch als Laktose- oder Milchzuckerunverträglichkeit bezeichnet wird. Kann der Milchzucker nicht durch Laktase im Dünndarm gespalten werden, gelangen die Einzelbausteine Traubenzucker und Schleimzucker folglich nicht mehr ins Blut, sondern unverdaut in den Dickdarm. Dort findet ein Gärungsprozess statt: Die Darmbakterien wandeln den ungespaltenen Milchzucker in Fettsäuren und Gase um, die für Reizungen im Magen sorgen. Als Folge treten bei Patienten Bauchschmerzen, Krämpfe, ein Völlegefühl oder Blähungen auf.

Drei Arten des Laktasemangels

Laktoseintoleranz aufgrund einer Laktaseunterversorung wird nicht als Krankheit, sondern als Unverträglichkeit, Verdauungsstörung oder Mangelerscheinung behandelt. Diese kann in drei Arten auftreten. Zum einen gibt es den primären Laktasemangel als häufigste Form: Hat der Körper im Kindesalter noch genügend Enzyme gebildet, deren Wert im Laufe der Entwicklung abnimmt, ist der Mangel meist erblich bedingt. Der sekundäre Laktasemangel dagegen tritt erst zu einem bestimmten Zeitpunkt auf und wird durch Darmkrankheiten, Pilz- oder bakterielle Infektionen induziert. Die dritte Form ist der kongenitale Laktasemangel, der meist schon im Säuglingsalter auftritt und genetisch bedingt ist. In diesem Fall bildet der Körper keine wirksamen Laktaseenzyme. In Deutschland leiden etwa 15 von 100 Personen an einer Laktoseintoleranz aufgrund fehlender, körpereigener Laktase. Insbesondere Produkte wie Joghurt, Sahne, Milch, Quark oder Eiscreme enthalten überdurchschnittlich viel Laktose.

Wie Sie eine Laktoseintoleranz erkennen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Test auf Laktoseintoleranz durchzuführen. Haben Sie den Verdacht, dass Sie an einem Mangel des Enzyms Laktase leiden, können Sie dies Zuhause selber testen, indem Sie sich einen Tag lang laktosefrei ernähren. Treten keine Beschwerden auf, könnte dies ein erster Hinweis auf eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker sein. Nach mehreren Tagen ohne die Zufuhr von Laktose trinken Sie ein Glas Milch auf leerem Magen und warten einige Stunden. Leiden Sie anschließend unter Bauchschmerzen, Übelkeit oder gar Durchfall, besteht ein Verdacht auf Laktoseintoleranz. Neben den heimischen Tests können Sie auch professionelle Untersuchungen durch einen Arzt vornehmen lassen. Hier trinken Sie ein Glas Wasser mit einer bestimmen Menge an Laktose. Nach einigen Stunden wird Ihr Blutzuckerspiegel gemessen: Steigt dieser maßgeblich an, wurde Glukose im Blut gebildet, was darauf hinweist, dass das Enzym in Ihrem Körper vorhanden ist, den Milchzucker gespalten und somit einen Stoffwechselprozess generiert hat.

Was Sie gegen einen Laktasemangel tun können

Generell gibt es zwei Arten einer Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker. Handelt es sich um eine Milcheiweißallergie, leiden die Patienten unter einer Immunstörung, in deren Fall auf Produkte, die Milcheiweiß enthalten, gänzlich verzichtet werden sollte. Liegt bei Ihnen dagegen eine Laktoseintoleranz vor, ist es Ihnen trotzdem möglich, Milchprodukte in die alltägliche Ernährung zu integrieren. Um die Beschwerden einzuschränken, sollte eine Laktosediät in Betracht gezogen werden. Dies ist vor allem bei Patienten mit einer leichten Intoleranz eine schonende Methode, um die Beschwerden zu lindern. Dabei sollte darauf geachtet werden, den Kalziumspiegel im Körper aufrechtzuerhalten, denn der Nährstoff ist maßgeblich in Milchprodukten vorhanden und sorgt für die Funktionalität der Knochen. Liegt ein ausgeprägter Laktasemangel bei Ihnen vor, sollten Sie auf Milchprodukte weitgehend verzichten und auf laktosefreie Lebensmittel zurückgreifen, in denen der Milchzucker bereits gespalten ist und verdaut in die Blutbahn befördert wird. Als Ergänzung eignen sich darüber hinaus Präparate, die Laktase enthalten und den Patienten in Form von Laktase Kapseln oder Pulver verabreicht werden. Durch diese Nahrungsergänzungen ist es durchaus möglich auch ohne Beschwerden weiterhin Laktose-haltige Lebensmittel zu konsumieren.

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