Was ist Resorption?

Die passive Resorption im Überblick

Der Prozess der Resorption kann in zwei unterschiedliche Formen untergliedert werden: aktiv und passiv. Die passive Resorption bezeichnet den Vorgang der Aufnahme entlang des Konzentrationsgefälles einzelner Stoffe. Durch Osmose (Diffusion von Flüssigkeiten über die selektiv-permeable Membran) können Stoffe hoher Konzentration zu Bereichen niedriger Konzentrationen gelangen. Passive Resorption mitsamt dem typischen Konzentrationsgefälle kommt vor allem im Dünndarm vor. Hier werden Stoffe mit niedermolekularer Struktur, wie beispielsweise Wasser, aus dem Darmlumen in die Zellstruktur der sogenannten Mukosa aufgenommen.

Als "Lumen" wird im medizinischen Fachjargon das Innere eines vorhandenen Hohlraums bezeichnet, zum Beispiel eben der Dünndarm selber oder gesunde Blutgefäße. Mukosa ist ein gängiger Begriff für das Auskleiden von inneren Hohlräumen eines existenten Organismus. Üblicherweise erfolgt die Auskleidung durch ein ein- oder mehrschichtiges, hoch- bis flachprismatisches und generell unverhorntes Epithel. Die Oberfläche der Mukosa bedeckt eine Schleimschicht aus Muzinen.

Die Funktionsweise der aktiven Resorption

Die aktive Resorption funktioniert gewissermaßen gegenteilig zu ihrem passiven Äquivalent. Hier werden über einen eigens erzeugten Energieaufwand verschiedene Stoffe von den Zellen und dem Gewebe aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt, anders als bei der passiven Resorption, auch entgegen dem typischen Konzentrationsgefälle. Hierfür werden spezielle Carrierproteine eingesetzt, welche den Transport der Stoffe bewerkstelligen. Dafür wird Adenosintriphosphat (ATP) eigenständig verbraucht und für den unmittelbaren Transport im Organismus eingesetzt. Das Adenosintriphosphat ist ein Molekül, welches zur Gruppe der Mononucleotide gezählt wird. Es enthält energiereiche Phosphatreste, welche über Anhydridbindungen gebunden werden. Durch die energiereichen Reste von Phosphat gilt Adenosintriphosphat als der Hauptenergiespeicher für menschliche Zellen.

Ein Großteil der Nahrungsbestandteile beziehungsweise Stoffe wird bei der enteralen Resorption, wenn diese über den angesprochenen Magen-Darm-Trakt beziehungsweise Dünndarm stattfindet, durch enzymatische Aufspaltung aktiv in das Lymph- und Blutsystem geschleust. Dieser Prozess wird vollständig durch die Darmwand vollzogen, welche einen nahezu verlustfreien Übergang ermöglicht. Stoffe von unpolarer Natur, zum Beispiel Fette, werden über Resorption in die Mucosazellen und weiterführend in die Lymphe resorbiert.

Reabsorption und Begriffserläuterungen

In den einzelnen Tubuli (u.a. distaler, proximaler, attenuatus) der Niere findet später eine Filtration samt Bildung vom primären Harn statt. Die Rückresorption (Reabsorption) von Glucose, Wasser und anderen lebensnotwendigen Stoffen wird vom Primärharn zurück ins Blut realisiert. Glucose wird hierbei aktiv vom Primärharn zurück ins Blut reabsorbiert.

Mittlerweile werden im internationalen und englischen Sprachgebrauch ausschließlich die Begriffe Absorption und Reabsorption gebraucht. Diese wurden von der deutschen Sprache zu weiten Teilen adaptiert, um irreführende Begriffsbildungen wie "Rückresorption" zu vermeiden. Der internationale Sprachgebrauch ist in Deutschland noch nicht offiziell bestätigt, wird von Biologen und Wissenschaftlern aber primär gebraucht. Beispielsweise würden im internationalen Sprachgebrauch der Darmlumen Stoffe -absorbieren- und die Tubuli der Niere weitere Stoffe -reabsorbieren-. Wortbildungen wie "Rückresorption" können auf diese Weise vollständig vermieden werden.

Verminderte Nährstoffresorption

Häufig können verschiedene Nährstoffe aus Lebensmitteln nicht vollständig resorbiert werden. Auch nimmt die Resorptionsfähigkeit des Darms im Alter ab. Auch die Zufuhr von Ballaststoffen oder Ähnlichem kann die Resorption einiger Nährstoffe im Körper deutlich mindern.

Eine verminderte Nährstoffresorption kann darüber hinaus weitere Ursachen haben, wie z.B.

  • Nicht optimale Gallenproduktion
  • Angeborene Ursachen
  • Operationen im Magen-Darmbereich
  • Beeinträchtigte Darmflora (z.B. durch Antibiotika)
  • Darmentzündungen

Die Folge: Lebenswichtige Nährstoffe werden nicht oder nur unzureichend aufgenommen.

Bei mangelhafter Resorption kann mit sogenannten Bioenhancern Abhilfe geschafft, oder zumindest die Verwertung deutlich verbessert werden. Ein Beispiel ist der Feststoff Piperin - ein Inhaltsstoff des Pfeffers, der als erster Bioenhancer identifiziert wurde. Erfahren Sie hier mehr über Bioenhancer und wie diese funktionieren.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Weitere Beiträge zu dieser Kategorie