Was ist Vitamin B12?

Das Vitamin B12 gehört zu den chemischen Verbindungen der Cobalamine. Es handelt sich um komplex aufgebaute organometallische Chelate, die in mehreren Formen vorliegen können. Charakteristisch für alle Cobalamine ist ein zentrales Kobalt-Kation mit vier Stickstoffbindungen und einem Liganden. Die Stelle des Liganden können verschiedene Gruppen einnehmen, nach denen die Verbindung dann benannt wird. Biologisch aktiv sind mehrere Formen des Cobalamins, die alle unter dem Begriff Vitamin B12 subsumiert werden. Eine wichtige Form ist das Cyanocobalamin mit einer angedockten Cyano-Gruppe (Stickstoff-Kohlenstoff-Gruppe mit einer dreifach Bindung). Das Cyanocobalamin kann vom Körper in das aktive Coenzym B12 umgewandelt werden, das zur Aktivierung mehrerer Enzyme benötigt wird und im Stoffwechsel der Aminosäuren eine wichtige Rolle spielt. Es sind mehrere biologisch inaktive Transportformen des Vitamins bekannt, die bei Bedarf vom Körper „vor Ort“ in eine der aktiven Formen überführt werden können. Cobalamine sind die einzigen bekannten organischen Substanzen, die Kobalt enthalten.

Wirkung und Funktion von Vitamin B12

Das Vitamin B12, das vom menschlichen Organismus nicht selbst gebildet werden kann, muss mit der Nahrung zugeführt werden. Allerdings kann es in Leber und Nieren gut gespeichert werden, und der Vorrat kann für ca. 2 bis 3 Jahre reichen. Das Vitamin B12 übernimmt direkt oder als Coenzym wichtige Funktionen in zentralen Stoffwechselprozessen.

Besonders zu erwähnen sind Schutz und Regeneration des peripheren und sympathischen Nervensystems. Das Vitamin B12 ist entscheidend am Aufbau der Myelinschichten in den Nervensträngen beteiligt. Das Myelin isoliert die einzelnen Nervenfasern (Faszien) voneinander und ermöglicht die Funktion der Reizleitung. Eine Störung dieser Funktion kann eine der demyelisierenden Nervenkrankheiten wie MS auslösen.

In direkter Funktion vermindert das Cobalamin B12 den nitrosativen Stress der Zellen, weil es das schädliche Stickstoffmonoxid (NO) aus freien Radikalen an sich bindet und durch Verwandlung in Nitrosocobalamin über die Nieren problemlos ausgeschieden wird. Dieser Vorgang hat positiven Einfluss auf Autoimmunkrankheiten, unterstützt den Energiestoffwechsel der Mitochondrien in den Zellen und den Cholesterinstoffwechsel sowie die Verhinderung krebserregender Nitrosamine. Weitere wichtige Funktionen liegen in der „Zuarbeit“ bei der Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten), bei Zellwachstum und Zellteilungsprozessen und in der Synthese bestimmter Neurotransmitter (Botenstoffe), deren Mangel für die Entstehung von Depressionen und anderen Psychosen verantwortlich gemacht werden. Im Stoffwechsel der Aminosäuren ist das Vitamin B12 in Form des Methylcobalamin hauptsächlich verantwortlich für die Umwandlung des in hoher Konzentration schädlichen Homocystein zu Methionin.

Das Vitamin B12 ist zwar meist nicht selbst and den Stoffwechselprozessen beteiligt, wohl aber als Coenzym, das die für jeden einzelnen Umsetzungsschritt notwendigen Enzyme aktiviert. Ohne Anwesenheit des Coenzym B12 können die Vorgänge nicht ablaufen. Ein Mangel an dem Vitamin und an dem Coenzym B12 hat daher gravierende Auswirkungen.

Zusammenfassend liegt die besondere Bedeutung des Vitamins B12 in seinem Einfluss auf die Psyche, auf das Funktionieren peripherer und vegetativer Nerven und der Verbesserung des Energiestoffwechsels.

Symptome eines Vitamin B12-Mangels

Angesichts der Bedeutung des Vitamins B12 in zentralen Stoffwechselvorgängen, können auch die Mangelsymptome gravierend und breit angelegt sein. Eine Störung der Blutbildung führt zu einer Anämie, die sich zunächst durch Blässe und Abgeschlagenheit äußert und – unbehandelt – bald lebensbedrohlich wird. Depressionen und Psychosen sowie Symptome, die schweren Nervenerkrankungen wie MS und Parkinson bis hin zu Demenz ähneln, können durch einen Mangel an Vitamin B12 verursacht werden.

Die breit verzahnten Wirkungen und Funktionen des Vitamins können bei Mangel mit einer Vielzahl weiterer Symptome in Zusammenhang gebracht werden und sind noch nicht alle abschließend geklärt.

Kann „viel hilft viel“ zu Problemen führen?

Während bei fettlöslichen Vitaminen eine Überversorgung zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen kann, sind derartige Auswirkungen bei wasserlöslichen Vitaminen wie dem Cobalamin nicht bekannt. Überschüssiges Vitamin B12 kann vom Körper problemlos in eine seiner inaktiven Formen überführt und durch die Nieren ausgeschieden werden.

Vitamin B 12-Bedarf - Zufuhrempfehlungen der DGE

Der tägliche Bedarf an Vitamin B12 liegt gemäß Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene bei etwa 3 Mikrogramm (Millionstel Gramm). Schwangere und stillende Frauen haben einen auf 4,0 Mikrogramm erhöhten Bedarf. Auch Raucher benötigen mehr Vitamin B12, um den giftigen Cyanwasserstoff (HCN) abbauen zu können. Das Vitamin wird ständig zusammen mit Gallensäure in den Dünndarm ausgeschüttet und im Endteil des Dünndarms, dem Ileum, mithilfe eines speziellen Enzyms (intrinsischer Faktor) wieder resorbiert.

Interessanterweise kann der Körper in der Leber und in den Nieren insgesamt ca. 2.000 bis 4.000 Mikrogramm des Cobalamins speichern, so dass sich rein rechnerisch ein Zeitraum von mehreren Jahren ergibt, die der Körper ohne jegliche Zufuhr des Vitamins auskommen könnte. Erfahrungsgemäß werden aber weit vor völligem Abbau der Reserven bereits Mangelsymptome sichtbar, so dass Sie zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Versorgung auf eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmittel sorgen sollten.

Vitamin B12 in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln

Vitamin B12 wird ausschließlich von Mikroorganismen im Verdauungstrakt von Tieren gebildet. Bei Wiederkäuern geschieht die Cobalamin-Synthese im Pansen. Auch der Mensch verfügt über die nützlichen Bakterien, allerdings befinden sie sich im Dickdarm, wo eine nennenswerte Aufnahme des gebildeten Cobalamins nicht erfolgen kann und deshalb ungenutzt wieder ausgeschieden wird. Pflanzen und pflanzliche Produkte enthalten praktisch kein Vitamin B12, mit Ausnahme geringer Mengen in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut oder Bier.

Fast alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs enthalten in ausreichenden Mengen Vitamin B12. Besonders Innereien wie Leber und Nieren enthalten Cobalamine im Übermaß, so dass z. B. 100 g Rinderleber den Tagesbedarf theoretisch um das Zwanzigfache abdecken. Aber auch tierische Produkte wie Milch und Käse enthalten Vitamin B12. Ein Liter frische Kuhmilch deckt in etwa den Tagesbedarf eines Erwachsenen ab.

Vegetarier, die auch Milch- und Milchprodukte verzehren, werden normalerweise ausreichend mit Vitamin B12 versorgt. Problematisch wird es erst bei Veganern, die vollkommen auf tierische Produkte verzichten. Falls Sie sich ernährungstechnisch zu diesem Personenkreis rechnen, empfiehlt es sich, für eine ausreichende Versorgung mit Cobalaminen über Nahrungsergänzungsmittel oder der Einnahme spezieller Kapseln zu sorgen.

Die Gefahr einer Hypovitaminose ist erfahrungsgemäß besonders hoch, wenn die Synthese des intrinsischen Faktors gestört ist, weil dann das im Dünndarm ausgeschüttete Cobalamin nur in unzureichendem Maße wieder resorbiert wird und sich dadurch ein vervielfachter Bedarf an dem Vitamin ergeben kann.

Ausgleich eines Vitamin-B12-Mangels durch Supplementierung

Bei einer Ernährung mit einer ausgewogenen Mischkost, die auch Lebensmittel tierischen Ursprungs enthält, ist die Gefahr einer Hypovitaminose gering.

Vegetarier, die auch Milch- und Milchprodukte auf ihrem Speiseplan haben, sind normalerweise ausreichend mit Vitamin B12 versorgt. Problematisch wird es erst bei Veganern, die vollkommen auf tierische Produkte verzichten. Falls Sie sich ernährungstechnisch zu diesem Personenkreis rechnen, empfiehlt es sich, für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin Cobalaminen über Nahrungsergänzungsmittel oder der Einnahme spezieller Kapseln zu sorgen.

Die Gefahr einer Unterversorgung mit Vitamin B12 ist erfahrungsgemäß hoch, wenn die Synthese des intrinsischen Faktors gestört ist, weil dann das im Dünndarm ausgeschüttete Cobalamin nur in unzureichendem Maß rück-resorbiert wird und sich dadurch ein vervielfachter Bedarf an dem Vitamin ergibt.

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